Das 3:4 mit dem Pausenpfiff war ein echter Wirkungstreffer, nach dem unnötigen Strafstoß in Minute 58 ging jede Ordnung verloren.

Großfeld dreht das 2:3 noch vor der Pause – am Ende steht ein 9:3 in Gartenstadt

Spielbericht LIGAPORTAL Sonntag, 18. Oktober 2026 20:34

In der Oberliga B bekam ASV Gartenstadt gegen SC Großfeld zwar lange Gegenwehr, am Ende setzten sich die Gäste aber klar mit 9:3 durch. Zur Pause stand es nach einer wilden ersten Hälfte nur 4:3 für Großfeld, ehe der SC nach dem Wechsel davonzog. Sportlicher Leiter Hans Jürgen Bahnen sprach von einer klaren Partie, legte nach dem Schlusspfiff aber trotzdem den Finger in die defensiven Wunden.

Wilde erste Hälfte mit spätem Umschwung

Das Spiel begann mit dem frühen 0:1, als Nikita Shashkov schon in der 3. Minute für Großfeld traf. Wer danach eine schnelle Vorentscheidung erwartet hatte, sah aber zunächst eine ganz andere Partie. Gartenstadt kam zurück, glich durch Fahrettin Kaya in der 15. Minute aus und blieb auch nach dem 1:2 durch Fedir Dudnyk im Spiel. Abdalla Abou El-Atta stellte auf 2:2, ehe Kaya mit seinem zweiten Treffer sogar das 3:2 für die Hausherren besorgte. Bahnen schilderte diese Phase sehr offen: „Gartenstadt hat die ersten dreißig, fünfunddreißig Minuten super mitgespielt und war sogar 3:2 in Führung.“ Aus seiner Sicht fiel die entscheidende Wendung aber noch vor dem Seitenwechsel. Shashkov glich in der 36. Minute zum 3:3 aus, und Valentin Stollreiter legte noch vor der Pause das 3:4 nach. „Der Doppelschlag noch vor der Pause zum 3:3 und 4:3 war die entscheidende Wende“, sagte der Sportliche Leiter.

Nach der Pause wurde aus dem offenen Spiel ein klarer Auswärtssieg

Mit der knappen Führung im Rücken blieb Großfeld nach dem Wechsel das aktivere Team und nutzte seine Möglichkeiten nun viel konsequenter. Stollreiter erhöhte in der 58. Minute auf 3:5 und verschaffte den Gästen damit erstmals etwas Luft. Danach ging es plötzlich sehr schnell. Nikita Shashkov stellte in der 62. Minute auf 3:6, Dorian Martinovic traf kurz darauf zum 3:7, und nur eine Minute später machte Fedir Dudnyk das 3:8. Tobias Stutzig setzte in der 71. Minute den Schlusspunkt zum 3:9. Bahnen verwies genau auf diese Phase, als er den Sieg erklärte: „Wir haben in diesen Minuten drei, vier Tore gemacht, das war die klare Entscheidung für Großfeld.“ Dass seine Mannschaft nach vorne einen sehr guten Tag erwischte, war für ihn ohnehin klar. „Unsere größte Stärke war heute eindeutig die Offensive“, sagte er und sprach auch von „drei, vier sehr schönen Toren“.

Neun Tore vorne, aber drei Gegentreffer bleiben ein Thema

Trotz des deutlichen Ergebnisses wollte Bahnen den Auftritt nicht nur schönreden. Gerade der Beginn gefiel ihm gegen den Ball überhaupt nicht. „In den ersten dreißig, fünfunddreißig Minuten hat unsere Defensive geschwächelt, da hat Gartenstadt wirklich gute Momente gehabt“, meinte er. Das passte auch zum Zwischenstand, denn drei Gegentore bis zur Pause waren aus Sicht der Gäste ganz klar zu viel. Verbesserungspotenzial sieht der Sportliche Leiter daher vor allem in der letzten Linie. „In der Verteidigung haben wir gewisse Schwächen. Heute haben zwar zwei Spieler gefehlt, aber das soll keine Entschuldigung sein.“ Auch den Gegner ordnete er nüchtern ein. In dieser starken Anfangsphase sei Gartenstadt gut im Spiel gewesen, danach sei „nur mehr die Frage gewesen, wie hoch der Sieg ausfällt“. Strittige Szenen sah er dagegen keine. „Der Schiedsrichter hat es ganz einfach gehabt. Der hat gut gepfiffen. Alles in Ordnung“, sagte Bahnen.

Klare drei Punkte, aber die offene Baustelle bleibt sichtbar

Unterm Strich stand für Großfeld ein Auswärtssieg, der nach der Pause erst richtig deutlich wurde. Der SC hält nach sieben Runden nun bei zwölf Punkten in der Oberliga B und hat in Gartenstadt vor allem im Angriff seine Stärke gezeigt. Gleichzeitig war im Gespräch mit Bahnen klar herauszuhören, dass das 9:3 intern nicht alles überdeckt. Neun Tore sprechen für viel Qualität nach vorne, drei Gegentreffer aber auch für Themen, die bleiben. Seine Gesamteinordnung fiel deshalb deutlich, aber nicht selbstzufrieden aus: „Es war eigentlich eine ganz klare Partie für uns.“ Dass Großfeld diese Klarheit in Zukunft auch defensiv früher auf den Platz bringen will, war nach diesem torreichen Nachmittag mindestens ebenso hörbar wie die Freude über neun Treffer.