Es ist echt zum Narrisch werden – da hältst eine Stunde sehr gut mit und dann bringt sich die Mannschaft mit einem verunglückten Rückpass selbst wieder in die Bredouille. Dann noch ein Kopfball genau ins Kreuzeck und 2 Gegentore in den letzten beiden Minuten bringen die nächste deutliche Niederlage.

„Das 1:2 war der seelische Knackpunkt“ – Gartenstadt hält lange mit und bricht dann ein

Bericht LIGAPORTAL Montag, 26. Oktober 2026 12:58

In der Oberliga B sah es für den ASV Gartenstadt bei SR Donaufeld 1b lange nach einer Partie aus, in der mehr möglich gewesen wäre. Nach der frühen Führung durch Fahrettin Kaya stand es zur Pause 1:1, ehe die Gäste nach dem 1:2 völlig den Faden verloren und am Ende 1:6 unterlagen. Trainer Günther Segulin sprach von einem offenen Match über eine Stunde – und davon, dass seine Mannschaft danach wieder im Kopf einbrach.

Früh vorne, bis zur Pause auf Augenhöhe

Für Gartenstadt begann der Nachmittag nach Segulins Schilderung schon mit einer ungewohnten Ausgangslage. Gespielt wurde auf dem Rasenplatz in Donaufeld, laut dem Trainer nicht auf jener Anlage, auf der die 1b sonst üblicherweise spielt. Einige seiner Spieler mussten deswegen sogar noch einmal nach Hause fahren, um Rasenschuhe zu holen, was das Aufwärmen erschwerte. Auf dem Platz ließ sich davon zunächst aber wenig merken. Schon in der 3. Minute brachte Fahrettin Kaya die Gäste mit einem sehenswerten Treffer 1:0 in Führung. Segulin sprach von einem „wunderschön herausgespielten Tor“, bei dem Kaya frei durch war und den Tormann überhob. Donaufeld antwortete in der 21. Minute durch David Dimoski, trotzdem blieb Gartenstadt laut Segulin lange gut im Spiel. „Das Ergebnis täuscht sicher, weil es sechzig Minuten ein offenes Match war“, sagte er und verwies auch auf zwei oder drei gute Möglichkeiten seiner Mannschaft.

Nach dem 1:2 kippt die Partie endgültig

Der entscheidende Moment kam für den Gartenstadt-Coach dann kurz nach der Pause. In der 63. Minute brachte Admir Isic die Heimischen 2:1 in Führung, nachdem der Gartenstädter Tormann beim Klärungsversuch ausrutschte und der Ball beim Gegner landete. Segulin wollte daraus keinen Vorwurf machen. „Dem Tormann mache ich überhaupt keine Vorwürfe. Er hat uns schon so viel gehalten und gerettet“, stellte er klar. Für ihn lag der eigentliche Schaden nicht nur im Gegentor selbst, sondern in der Wirkung auf die Mannschaft. „Das 1:2 war der seelische Knackpunkt für die Mannschaft. Da ist wieder die Verzweiflung aufgekommen“, sagte der Trainer. Nur fünf Minuten später erhöhte Brian Ali auf 3:1, danach traf Adnan Zukanovic in der 78. und 88. Minute doppelt, ehe Isic mit seinem zweiten Treffer in der 90. Minute den 6:1-Endstand herstellte. Für Segulin war es damit wieder ein Verlauf, den er aus den vergangenen Wochen nur zu gut kennt: „Dann hat das Übliche wieder angefangen. Die Köpfe hängen, und jeder weiß, jetzt geht es wieder los.“

Spielerisch ordentlich, im Kopf zu wenig stabil

Gerade deshalb fiel die Niederlage Segulin schwer einzuordnen, weil er seiner Mannschaft in vielen Bereichen zunächst wenig vorwerfen wollte. „Sechzig Minuten hat eigentlich alles relativ gut funktioniert“, sagte er. Gartenstadt hatte mit zwei Sechsern gespielt, ein neuer Mann auf dieser Position habe „das sehr brav gespielt“, dazu seien trotz des Regens und des rutschigen Rasens viele Pässe angekommen. Auch den Einsatz stellte der Trainer ausdrücklich heraus und sprach von einer „wirklich guten taktischen Leistung“ sowie von einer Mannschaft, die sich aufopfernd gewehrt habe. Dass das Spiel trotzdem so deutlich verloren ging, führt er vor allem auf die mentale Seite zurück. „Spielerisch kann man uns nicht viel vorhalten, aber ich glaube, das ist alles eine Kopfsache.“ Diskussionsstoff gab es aus seiner Sicht nur vereinzelt. Insgesamt bescheinigte er dem Schiedsrichterteam aber eine ordentliche Leistung und machte dieses Thema nicht zum Hauptpunkt.

Die Hoffnung auf den Umschwung bleibt

Viel mehr als abhaken und weitermachen bleibt dem Tabellenletzten vorerst nicht. Segulin sprach offen davon, derzeit „sehr ratlos“ zu sein, wollte die Hoffnung aber trotzdem nicht aufgeben. „Wir haben jetzt noch fünf Partien, davon sind drei machbar. Wir können nur hoffen, dass irgendwann einmal der Umschwung kommt“, sagte er. Ein Punktgewinn, vielleicht sogar der erste Sieg, könnte aus seiner Sicht schon viel verändern. „Ich glaube, das täte den Spielern wieder Hoffnung geben“, meinte der Trainer mit Blick auf die kommenden Wochen. Nach dem klaren 1:6 in Donaufeld ist die Enttäuschung bei Gartenstadt groß. Trotzdem bleibt für Segulin der Gedanke, dass seine Mannschaft über weite Strecken mithalten konnte und genau daran nun angeknüpft werden muss, wenn in den kommenden Spielen doch noch ein kleines Erfolgserlebnis gelingen soll.